Eine
Sage: Die Riesenrippe zu Nossen
Ein sonderbares
Gewächs im Stadtwappen
In
dem großen und gar zierlich gewölbten, aus dem Kloster Altzella
stammenden
Hauptportal der Kirche zu Nossen hängt seit undenklichen Zeiten ein
sonderbares Gewächs, welches von einigen für die Rippe eines
Meerwunders oder Elefanten, für die anderen die eines Riesenfräuleins
von Niedeck im Elsaß, deren Eltern hierhergezogen seien, ausgegeben
wird.
Diesen Gegenstand hat man auch der
Rarität wegen in das Siegel der Stadt Nossen selbst mit aufgenommen.
Erzählt wird von dem sogenannten
Riesenfräulein, daß sie einst in Rhäsa einen auf dem Fehlde
arbeitenden Bauer mit Pflug und Pferden in ihre Schürze nahm und ihrem
Vater hinaustrug. Auch soll sie öfter nach Haslau „in die Haselnüsse“
gegangen sein.
Die Rippe
kam Anfang des 17. Jahrhunderts in die königliche Kunstkammer nach
Dresden. Sie kehrte 1657 wieder nach Nossen zurück. Nach einer
anderen Meinung wäre diese Rippe identisch mit der in Gold gefaßten
Rippe der heiligen Katharina, welche zu den Reliquien des Klosters Altzella
gehörte.
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