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Die Muldenbrücke von Pöppelmann
von dem, der den Dresdner Zwinger erbaute
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Die Pöppelmann-Brücke in der Dresdner Straße der Stadt Nossen

Die erste sächsische Postordnung:
Die Postordnung verlangt steinerne Brücken
1661 wurde die erste Sächsische Postordnung veröffentlicht.
August der Starke sorgte beim Ausbau seines Landes nicht nur für Landvermessung, Postmeilensäulen und eine verbesserte Postlandkarte, sondern auch für Brücken über die Flüsse.
Die alten Holzbrücken wurden schnell Opfer von Hochwasser.Da zur bestehenden Personen- und Briefpoststrecke auch eine Eilpoststrecke Dresden-Nossen-Waldheim-Grimma-Leipzig
eingerichtet wurde, mußte Pöppelmann im Auftrag von August steinerne Brücken bauen.

Dresdner Zwinger, Italienisches Dörfchen, 
Jagdschloß Moritzburg
Eine Aufgabe für den Barockarchitekten
Matthäus Daniel Pöppelmann - sein künstlerisches Hauptwerk: der Dresdener Zwinger, aber auch das Italenische Dörfchen in Dresden oder die Baupläne für das Moritzburger Jagdschloß stammen von ihm.
Er plante und errichtete aber auch Brücken:
  • 1713 in Waldheim über die Zschopau
  • 1717 in Nossen über die Freiberger Mulde
  • 1720 in Grimma über die Vereinigte Mulde
Die Brücken bestehen aus sorgfältig bearbeiteten Sandstein- oder Porphyrquadern und stimmen in den typischen Bauformen überein:
  dem Wechsel von Läufer und Binder,
  der Form und dem Überstand der Schlußsteine.
Die Bögen sind im Verbund hergestellt. 

Gütesiegel D und A
In Nossen finden sich als Gütesiegel in den Gewölbequadern die Buchstaben D und A. Sie werden als Anfangsbuchstaben der zweiten Vornamen von Pöppelmann und seinem Bauschreiber Christian Andreas Siegert gedeutet.

Gründung nach französischer Art
Worauf die Brücke steht 
Die Gründung der Brücken erfolgte nach französischem Vorbild mit Holzpfälen im Flußbett und einem darüber liegenden Eichenholzrost in 60 cm Tiefe unter der Flußsohle. Darüber kommen drei ausgesucht Quadersteinschichten, zwei davon über der Wasseroberfläche, erst dann folgt das Mauerwerk mit Bruchstein-Mörtel-Hinterfüllung. So halten diese Bauwerke seit knapp 280 Jahren dem Fahrzeugverkehr bis in unsere Zeit stand.

Der barocke Wappenstein
Für die Ewigkeit - unter der Herrschaft und auf Kosten Friedrich Augusts
Ein barocker Wappenstein hat sich in Grimma erhalten.Im oberen teil aus Krone und Wappen und im unteren Teil aus einer Inschriftentafel:
„Für die Ewigkeit - unter der Herrschaft und auf Kosten Friedrich Augusts, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, des gütigen Fürsten und unvergleichlichen Landesvaters, ist dieses stolze Bauwerk an Stelle einer 1637 zerstörten Brücke seit1716 aus Steinquadern errichtet wurden, gleichsam als Denkmal der königlichen und kurfürstlichen Gnade.“
 
Weitere Infos unter:
Stadtverwaltung Nossen:
Markt 31
01683 Nossen
Tel.: 03 52 42 / 43 40
Fax: 03 52 42 / 6 81 87

Die Nossener Brücke:
Das klassischste Bauwerk der drei Pöppelmann
Hier finden wir Kreissegmentbögen von einer damals ungewöhnlichen Schlankheit. Mit einer Pfeilerhöhe von 1/3 der Spannweite und einer Gewölbedicke von 1/26 der Spannweite hat sich Pöppelmann über alle damaligen Regelwerke der Statik hinweggesetzt.

Pöppelmannbrücke in Nossen, Dresdner Straße
Nur die Nossener Brücke blieb in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten.


Der Architekt:
Matthäus Daniel Pöppelmann, aus Westfalen stamment, lebte von 1680 bis 1736 in Dresden. Er arbeitete nicht nur als Architekt, sondern auch als Landbaumeister (1705) und ab 1718 als Oberlandbaumeister im kursächsischen Oberbauamt.
In dieser Behörde, von ihm als erste in Deutschland nach französischen Vorbild eingerichtet, war er verantwortlich für alle Staatsbauten.
Hier brachte er auch den Straßen-, Wasser- und Brückenbau auf einen bemerkenswert hochen technischen Stand.

August der Starke und ein Hochwasser im falschen Moment
Die Sage berichtet:
Unterhalb der Brücke, die sich an der Dresdner Staße über die Mulde erstreckt, befand sich noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts eine Furt. Wer damals von
Dresden oder Meißen oder von den östlichen von der Stadt gelegenen Orten nach Nossen kam, mußte die Furt passieren, um in die Stadt zu gelangen. Zu den „eifrigsten Frequentanten“ gehörte längere Zeit August der Starke. Ihn trieb die Liebe oft nach dem Rittergut Keseberg(Augustusberg bei Nossen). Hier hielten sich die Klengel und Aurora von Königsmark auf. Da traf es sich denn einmal, als sein Sehnen groß und er dem Ziel so nahe war, daß er mit seinem Gefolge ratlos an der Mulde rasten mußte, weil die Mulde so hoch angeschwollen und ein Hindurchfahren unmöglich war. Um künftig nicht wieder in eine solche fatale Lage zu geraten, ordnetet August den sofortigen Bau der Muldenbrücke an.

IDA <Service-Pool> Roßwein