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Mergenthal
ein Stadtteil von Nossen
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Blick über Mergenthal ins Erzgebirge
Das lohnt sich
Sehenswürdigkeiten / Ausflugstipps:
  • geradlinige Anordnung der zwei Dorfstraßen
  • in gleichen Abständen angeordnete Häuser
  • einige Häuser lassen die Urform der Gebäude von 1721 erkennen
  • Wanderwege im landschaftlich reizvollen Triebischtal
  • 2 km nordöstlich befinden sich Mundloch und Eingangstor zum Rothschönberger Stollen eines der umfangreichsten Stollensysteme der Welt

Verkehrsanbindung
Bahn, Autobahn, Bundesstraße:
  • Bahnlinie Dresden-Döbeln-Leipzig bis Bahnhof Deutschenbora das Dorf befindet sich einen Kilometer nordöstlich
  • Autobahn A14 Abfahrt Nossen Ost (29) Richtung Nossen-Deutschenbora-Merkenthal
  • Bundestsraße B101 zwischen Autobahnabfahrt Nossen Ost und Autobahnabzweig Nossen Richtung Deutschenbora

Wissenswertes
Historie und Geschichtliches:

Mergenthal - inmitten von Siedlungen aus dem 9. und 12. Jahrhundert
Die nördlich von Mergenthal gelegenen Dörfer sind meist Siedlungen der Sorben aus dem 9. Jahrhundert. Die südlich gelegenen Dörfer sind dagegen meist deutsche Gründungen der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. - Anders in Mergenthal.

Eine Urkunde vom 13. Oktober 1721
Hier existiert eine Urkunde vom 13. Oktober 1721. Darin genehmigt Kurfürst August der Starke dem Grundherrn von Deutschenbora, August Phillipp von Mergenthal, die Gründung eines neuen Dorfes, dem er den Namen seines Geschlechts geben wollte. 
In der Urkunde heißt es, der Vorschlag sei „nicht unangenehm und die Erhebung dergleichen Häußer für Vermehrung der Mannschaft und consumption im Lande nicht undienlich".


Dieses neue Dorf sollte auf der Flur des ehemaligen „Ebertschen Gutes" errichtet werden.
Auf einer der ältesten kartographischen Darstellung des Kurfürstentums Sachsen, dem „Ur-Oeder" erscheint im Blatt 205 an der Stelle des heutigen Ortes Mergenthal ein einzelnes Gehöft mit der Bezeichnung „Gericht". Aus der Karte geht auch hervor, daß dieses Einhufengut zur Gemarkung Deutschenbora gehörte. Während des Dreißigjährigen Krieges, vermutlich 1634, wurde auch dieses Gut von kaiserlichen Truppen überfallen, geplündert und zerstört. Die Familie Ebert überlebte diesen Überfall nicht.

In den Jahren nach dem „Großen Krieg"
lebten die Menschen lieber in der geschlossenen Dorfgemeinschaft, als in einem einsamen Gut abseits einer Siedlung. Hinzu kam, daß in Sachsen nur jeder Dritte der Bevölkerung den Krieg überlebte. Meist waren außerdem über die Hälfte der Häuser in den Dörfern zerstört und unbewohnt. Es bestand deshalb für die Menschen keine Notwendigkeit, solche abseits gelegenen Güter wieder zu bewohnen. Die Flur des Ebertschen Gutes blieb zunächst unbestellt.

Nicht bewohnt aber trotzdem bezahlen...
Obwohl das Land wirtschaftlich nicht genutzt wurde, mußten die auf der Flur lastenden 225 Steuerschocke von den restlichen Dorfbewohnern mit aufgebracht werden. Damit wurde die Steuerbelastung der Dorfbewohner weiter erhöht. 
 


Mergenthal weist einige Besonderheiten auf:

Gabelung Oberzeile und UnterzeileEine geradlinige Anordnung der beiden Straßen „Oberzeile" und „Unterzeile" und die in fast gleichen Abständen entlang dieser Straßen angeordneten Häuser mit dem zugehörigen Grund und Boden lassen eine planmäßige Anlage dieser Siedlung erkennen. 

In der sozialen Gliederung der Bevölkerung unterscheidet sich der Ort grundsätzlich von den anderen Dörfern. 
Mergenthal besteht fast ausschließlich aus Häuslern mit einigen wenigen Gärtnern. Die in anderen sächsischen Gemeinden vorhandenen Bauern mit allen ihren sozialen Abstufungen fehlen hier vollständig. 
Deshalb findet man auch in Mergenthal Gärtner und Häusler in Verwaltungsfunktionen dieser Zeit, während in den anderen Gemeinden diese Ämter den Bauern vorbehalten blieben.

 
Weitere Infos unter:
Stadtverwaltung Nossen:
Markt 31
01683 Nossen
Tel.: 03 52 42 / 43 40
Fax: 03 52 42 / 6 81 87

Sehenswertes:
Dorf von 1721
Rothschönberger Stollen


Wanderwege:
Wanderwege im Triebischtal

Mergenthal
seit 1935 Ortsteil  von Deutschenbora  und seit 1996 Stadtteilvon Nossen

August Philipp von Mergenthal ändert alles...
Erst Bauen - dann Genehmigen
August Philipp von Mergenthal ändert alles und teilte den eine Hufe großen Grundbesitzdes „Ebertschen Gutes" in zwanzig Parzellen auf undließauf jeder Parzelle zunächstauf seine Kosten ein Wohnhaus errichten:
  • 12 Ellen (6,79 m) lang, 7 Ellen (3,96 m) breit und zwei Stock hoch und mit Stroh gedeckt
  • einem Kachelofen im Wohnzimmer und drei Glasfenstern 
  • 2 bis 4 Scheffel (0,553 ha bis 1,106 ha) Grundbesitz
  • Kaufpreis: je nach Grundstücksgröße zwischen 55 und 135 Gulden
  • der Kaufpreis wurde in Raten abgezahlt
Außerdem mußten die Dorfbewohner sich zu einer Reihe von Dienstleistungen gegenüber dem Grundherrn verpflichten. Da das zum Grundstück gehörende Land für die Ernährung einer Familie nicht ausreichte, waren die Bewohner auf die Ausübung eines Berufes angewiesen. Die Bearbeitung des eigenen Feldes erfolgte in der arbeitsfreien Zeit und durch den Einsatz der übrigen verfügbaren Familienmitglieder.

Mergenthal Nr.16 kommt der Urform der Mergenthaler Häuser am nächsten
Zehn Jahre Bauzeit
Am 12. April 1730, nach rund zehn Jahren, war der Aufbau des Dorfes abgeschlossen. 

Der erste Bewohner von Mergentahl - ein Bergmann
Der aus Munzig stammende Erzwäscher Paul Gierisch zog bereits am 6. Juli 1721 mit seiner Familie in das erste Haus Mergenthals ein.
Damit wurde reichlich drei Monate vor der offiziellen Genehmigung zur Ortsgründung mit dem Aufbau des Dorfes begonnen.


Obwohl im Laufe der Jahrhunderte an allen Häusern Modernisierungen und Erneuerungen der Bausubstanz vorgenommen wurden, hat sich die Dorfanlage bis in die heutige Zeit erhalten und einige Mergenthaler Häuser lassen die Urform der Gebäude noch erkennen.

IDA <Service-Pool> Roßwein